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ProgrammUnfälle dokumentieren

Das Unfall-Modul verstehen

Wer darf das?GruppenleitungStufenleitungLeiter*inLagerleitung
Programm › Unfälle

Diese Seite liest du in Ruhe — im Herbst, bei der Einschulung, bevor etwas passiert. Der schnelle Weg für den Ernstfall steht auf Unfall dokumentieren. Hier geht es darum, warum das Modul so gebaut ist, wie es ist.

Wozu es da ist — und wozu nicht

Ein Unfall wird festgehalten, damit später alle dasselbe wissen: die Eltern, die Ärztin, die Leitung, die nächstes Jahr an derselben Stelle steht. Das Modul hält den Hergang fest, nicht ein Urteil. Es beantwortet keine Schuldfrage und führt keine Statistik über einzelne Kinder. Wer dokumentiert, tut das Richtige — und stellt sich damit auf die sichere Seite, nicht auf eine riskante.

Sivo

🔌 Das Modul schaltet der Verein ein. Unter Einstellungen › Unfälle legt die Gruppenleitung den Schalter um. Im Auslieferungszustand ist das Modul aus — dann sieht niemand die Unfall-Seiten.

Der Beinahe-Unfall

Es ist nichts passiert — aber es hätte. Der morsche Ast, über den gerade noch niemand gestolpert ist. Genau diese Sorte ist die wichtigere: Wer sie meldet, verhindert den echten Unfall beim nächsten Mal. Der Beinahe-Unfall ist eine Kurzform ohne Betroffene und wird mit einem Griff zur Gefahrenstelle, die jemand behebt.

„Was war nötig” — nicht „wie schlimm”

Beim Erfassen wählst du, was nötig war — nicht, wie schlimm es aussah. Das ist Absicht: Die Frage ist im Moment beantwortbar, sie ist auswertbar, und niemand muss sich für die Antwort rechtfertigen.

AuswahlBedeutung
vor Ort versorgtPflaster, Kühlpad, gutes Zureden — mehr war nicht nötig.
ArztEin Arztbesuch war nötig oder sinnvoll.
Rettung / KrankenhausRettung gerufen oder ins Krankenhaus gefahren.
noch offenIn Minute eins weiß niemand, ob mehr kommt. Diese Auswahl ist ausdrücklich erlaubt — nach einem Stoß gegen den Kopf ist sie oft die ehrlichste.

Der Gesundheitshinweis

Wählst du eine Verletzungsart, zu der die hinterlegten Gesundheitsdaten des Kindes etwas beitragen — Insektenstich bei bekannter Allergie, ein Sturz bei jemandem mit Bluterkrankung —, geht ein schmaler Gesundheitshinweis von selbst auf. Er zeigt nur das, was jetzt zählt.

Sivo

🛡️ Jede Einblendung wird protokolliert — als Absicherung, nicht als Kontrolle. Das Protokoll belegt im Zweifel, dass die Leitung im Ernstfall das Nötige gewusst hat. Es ist ein Schutz für dich, kein Argwohn gegen dich. Genau deshalb darfst du den Hinweis im Ernstfall ohne Zögern öffnen.

Zu einem Bericht mit Arzt, Rettung oder noch offen gehört das Notfallblatt: eine Zusammenstellung aller Allergien, Medikamente, Vorerkrankungen und Notfallkontakte des Kindes, die du der Rettung mitgibst. Es ist 72 Stunden lang abrufbar und wird ebenfalls protokolliert. Eine Sozialversicherungsnummer steht nicht darauf — die e-card bringen die Eltern mit.

Fotos

Fotos helfen, den Hergang zu belegen — aber nur die richtigen.

  • Fotografiere die Unfallstelle oder den Gegenstand: die Leiter, die Stufe, den Ast. Solche Fotos sind unkritisch, mach sie ruhig.
  • Kein Kind im Bild. Fotografiere in der App, nie mit der normalen Kamera. Nichts unter der Kleidung. Und nie allein — im Vier-Augen-Prinzip.
Sivo

📷 Warum in der App und nicht mit der Handykamera? In der App landet das Foto direkt und geschützt im Bericht — nicht in deiner Foto-Galerie, nicht in einer Cloud, nicht in einem Chat. So bleibt es dort, wo es hingehört.

Gefahrenstellen

Aus einer Unfallursache — oder aus einem Beinahe-Unfall — wird eine Gefahrenstelle, die jemand behebt.

1. Orte & Zuständige einrichten. Unter Einstellungen › Unfälle › Orte für Gefahrenstellen & Zuständige legt der Verein seine Orte an, je Ort mit eigenen Zuständigen — z. B. „Pfadfinderturm (Heim)” und „Lagerplatz”. Orte werden ausgeblendet statt gelöscht. Solange keine Orte angelegt sind, verhält sich das Melden wie bisher („bei uns”).

2. Melden. Beim Melden wählst du den Ort als Pille, beschreibst die Stelle und kannst gleich ein Foto anhängen. Die Zuständigen des Orts bekommen eine Nachricht.

3. Kommentieren. Die ganze Leitung sieht, meldet und kommentiert — jede*r kann einen Update-Kommentar schreiben („angesehen, Material bestellt”), optional mit Foto. Der Verlauf zeigt die Namen.

4. Abschließen. „Gefahrenstelle beseitigt” (mit Notiz + Foto danach) dürfen nur die Zuständigen des Orts, die Person, an die gemeldet wurde, bei Lager-Stellen die Lagerleitung und die Gruppenleitung — damit nichts versehentlich geschlossen wird, was noch gefährlich ist. Wer gemeldet hat, bekommt Bescheid. „wieder öffnen” gilt für dieselben Personen.

ZustandFarbeBedeutung
gemeldet🟡 gelbDie Stelle ist erfasst, jemand muss sie sich ansehen.
in Arbeit🔵 blauSie ist übernommen, die Behebung läuft.
beseitigt🟢 grünErledigt — mit Foto vorher/nachher.
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🏕️ Heim oder Lager entscheidet, wer zuständig ist. Eine Stelle im Heim oder am eigenen Lagerplatz ist „bei uns” und geht an die dort Zuständigen. Eine Stelle auf einem Lager — einem fremden Platz — geht an die Lagerleitung dieses Lagers, nie an den Heimwart zu Hause. Er kann an einem Platz, den er nie betritt, nichts richten.

Der Weg eines Berichts

ZustandBedeutung
EntwurfDie Ersterfassung steht, der Rest kommt am Abend.
gemeldetDer Bericht ist vollständig weitergegeben.
abgeschlossenFertig. Danach gibt es nur noch Nachträge, keine Feldänderung mehr.

Abschließen darf, wer der Versorgungsstufe entspricht: vor Ort versorgt und Arzt schließt die Stufenleitung, Rettung schließt nur die Gruppenleitung (einstellbar). Wer nicht abschließen darf, gibt mit „an Gruppenleitung übergeben” weiter. Einen abgeschlossenen Bericht wieder öffnen kann nur die Gruppenleitung.

In der Heimstunde

Ein Bericht erscheint in der Heimstunde unter „Ist etwas passiert?” — mit Nummer, Name, Uhrzeit und Stand und einem Link zum Bericht (der Hergang steht dort nicht). Wird er über die Unfallseite ohne Termin erfasst, ordnet die App ihn dem Termin der Stufe zu, in dessen Zeitraum der Zeitpunkt fällt (30 Minuten Puffer für Ankommen und Abholen). Gibt es keinen oder mehrere passende Termine, bleibt der Bericht ohne Zuordnung.

Sivo

🎯 Am einfachsten über „Unfall erfassen” direkt in der Heimstunde — dann ist der Termin sicher gesetzt, und die App muss ihn nicht über das Zeitfenster suchen.

Die Körperskizze

Du tippst die Stelle auf einer Skizze an — links und rechts aus Sicht der verletzten Person, vorne und hinten getrennt. Bei Auge und Ohr wählst du zusätzlich links oder rechts. Erst die Zone, dann die Feinauswahl — am Handy trifft niemand auf Anhieb ein Ohr.

Wer was sieht

RolleSicht
Leiter*indie eigenen Berichte
Stufenleitungdie Berichte der eigenen Stufe, dazu Statistik und Zugriffsprotokoll
Lagerleitungalle Berichte ihres Lagers
Gruppenleitungalles
Eltern / Begleitungnichts

Benachrichtigungen per Push oder Mail gehen ohne Namen raus — die Nachricht sagt, dass etwas erfasst wurde, nicht wer betroffen ist.

Statistik

Die Auswertung zeigt nur Umstände, nie Personen: wo, bei welcher Tätigkeit, welcher Art. Du findest sie unter /unfaelle/statistik, beim jeweiligen Lager in der Veranstaltung, und als Cluster auf der Statistik-Seite.

Wie lange etwas bleibt

Berichte zu Kindern bleiben bis drei Jahre nach dem 18. Geburtstag, Berichte zu Erwachsenen drei Jahre ab Abschluss (einstellbar, die Frist bestätigt eine Anwältin). Danach löscht die App selbst — nachts, ohne dass jemand daran denken muss. Gefahrenstellen bleiben: Eine behobene Stelle ist ein Stück Sicherheitsgeschichte des Platzes.

Für die Gruppenleitung

  • Abschließen — der letzte Schritt eines Berichts.
  • Zugriffsprotokoll unter /unfaelle/zugriffe: wer wann welchen Bericht, welches Notfallblatt, welchen Gesundheitshinweis gesehen hat — filterbar und als CSV exportierbar.
  • PDF in zwei Fassungen: eine interne und eine Fassung für die Eltern, in der andere Kinder geschwärzt sind. Lies die Eltern-Fassung vor der Herausgabe; die Herausgabe selbst steht im Verlauf.
Sivo

📄 Die Eltern-Fassung schwärzt andere Kinder automatisch — lies sie trotzdem. Das Schwärzen nimmt dir die Arbeit ab, nicht die Verantwortung. Ein kurzer Blick vor der Herausgabe gehört dazu.

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